Fronleichnam

Fronleichnam 02 (c) Julia Meuser-Romano
Fronleichnam 02
Di 28. Mai 2019
Katja Bach
Fronleichnam 01 (c) Julia Meuser-Romano
Fronleichnam 01

Fronleichnam – in diesem alten Begriff stecken die beiden ebenso alten Wörter „Fron“ und „Leichnam“, die wir heute beide in anderen Bedeutungen kennen, als sie damals gemeint waren. Wenn wir von Fron sprechen, meinen wir eine Art Zwangsarbeit, die belastet und niederdrückt. Und ein Leichnam meint heute den toten, leblosen Körper eines Verstorbenen. Beides ist nicht gemeint, wenn wir von Fronleichnam sprechen. In der Sprache des Mittelalters ist mit Fron der Herr gemeint, der regiert und mit Güte und Weitblick die Geschicke auch seiner Untertanen lenkt. Und Leichnam ist ein generelles Wort für den Leib, gerade auch den eines lebendigen Menschen.

Das führt uns hin zu dem, was wir an Fronleichnam feiern: eben nicht den leblosen Körper eines von uns Gegangenen. Wir feiern Jesus Christus, unseren Herrn und Erlöser, der uns in der Wirklichkeit seines Leibes und Blutes nahe bleibt.

In der hl. Kommunion ist er uns nah, kommt er in unser Leben, wird er die Nahrung, in der er uns Ewigkeit und Heiligkeit schenken will.

Am 20. Juni feiern wir wieder das Fronleichnamsfest. Die Festmesse, die wir um 10.00 Uhr in St. Peter und Paul feiern, mündet in die Prozession mit dem Allerheiligsten. Wir tragen Jesus, unseren Lebensspender, in unsere Stadt, in der sich unser alltägliches Leben abspielt. In diesem Jahr ziehen wir über die Parkstraße, Peter-Paul-Straße und Englerthsgärten zum Familienzentrum St. Theresia, wo wir unterstützt von den Kindern, Erzieherinnen und Familien unserer Kindertagesstätte eine Statio halten. Von hier aus ziehen wir zurück zur Peter-Paul-Straße, ein kurzes Stück Jülicher Straße, Hehlratherstraße und Reulauxstraße auf den Hof des Haus St. Josef, wo wir den Schlusssegen erteilen. Anschließend bleiben wir zur traditionellen Begegnung zusammen – für Speis und Trank wird gesorgt.

Es wäre wunderschön, wenn die Anwohner unseres Prozessionsweges ihre Häuser für den Heiland schmücken würden, den wir an ihrem Zuhause vorbeitragen werden.

Michael Datené, Pfr.