Das Jesuskind auf Herbergsuche in unserer Gemeinde

2016 Jesuskind auf Herbergssuche (c) Steffi Sieger-Bücken
2016 Jesuskind auf Herbergssuche
Datum:
Mi. 30. Nov. 2016
Von:
Robert Stiller
Auch in diesem Jahr begibt sich das Jesuskind wieder auf Herbergssuche…

Name
Ich bin das Jesuskind aus der Krippe der Pfarrgemeinde St. Peter und Paul

Welche Tätigkeit übst du aus?
In jedem Jahr mache ich mich in der Adventszeit auf die Reise durch unsere Pfarrgemeinde. In meinem Weidenkörbchen besuche ich Familien, Einzelpersonen oder Einrichtungen und verbringe mit ihnen einen Tag und die Nacht. Auch in diesem Jahr freue ich mich schon sehr darauf und bin ganz neugierig, was mich alles erwartet.

Was hast du auf deinen Reisen schon alles erlebt?
Viele Menschen freuen sich auf mich. Sie bereiten sich vor und planen den Tag meines Besuches. Manchmal bringt der Alltag dann jedoch alles durcheinander - unerwartete Arztbesuche müssen erledigt werden, Kinder müssen für Klausuren lernen oder der alljährliche Stress so kurz vor dem Heiligen Fest übermannt sie. Doch egal wie chaotisch der Tag eigentlich gewesen war, wenn ich bei den Menschen bin, kehrt Ruhe ein. Und anstelle des üblichen Fernsehprogramms kommen Freunde, Bekannte oder Verwandte zu Besuch und frühstücken oder essen gemeinsam. Sie entzünden die Kerze(n) auf dem Adventskranz, backen Plätzchen, singen und beten und lesen mir die Weihnachtsgeschichte vor. Die Kinder spielen mit mir, oft malen sie mir ein Bild oder zwei oder spielen mir ein Lied auf dem Keyboard, dem Klavier oder der Flöte. Sie schmücken mit mir ihren Tannenbaum oder stellen die Krippe auf. Und manch einer sagt mir, was ihn beschäftig, bedrückt oder traurig macht.
Die Familien geben mir das Gefühl, ein Teil ihrer Familie zu sein, ein Ehrengast. Ich bekomme einen besonderen Platz am Kamin oder am Tannenbaum, viele Kinder bereiten mir sogar ein Bettchen in ihrem Kinderzimmer, damit ich ganz nah bei ihnen bin.
Die kleine Sinajda zum Beispiel, bei meinem Besuch war sie 2 Jahre alt, machte sogar ihr Bett für mich frei, damit ich es schön warm und kuschelig habe. Ihre große Schwester las mir noch eine Gutenachtgeschichte vor.
Viele Kindertagesstätten habe ich in den letzten Jahren besucht: den Kindergarten St. Theresia, den Kindergarten St. Johannes Baptist in Hücheln und die BKJ Herz Jesu. Als ich dort im Morgenkreis aufgenommen wurde, waren alle Kinder ganz leise, weil sie Angst hatten, mich aufzuwecken. Auch in der Villa Kunterbunt im Haus St. Josef finde ich regelmäßig eine Herberge und im Pfarrbüro St. Peter und Paul konnte ich schon einmal erleben, was dort vor meinem Geburtstag so alles zu erledigen ist.
All diese Geschichten, Erlebnisse und Gedanken nehme ich mit, wenn ich am Heiligen Abend in die Krippe gelegt werde. Und viele weitere kommen in der Weihnachtszeit noch dazu…

Warum begibst du dich jedes Jahr auf deine Reise?
Ich möchte bei Eschweilern zu Gast sein und sie kennenlernen. Ich möchte sehen und erleben, wer mich aufnimmt und was er mir zeigen und erzählen möchte. Viele Leute sind sich anfangs gar nicht so sicher, ob sie mich überhaupt aufnehmen sollen, weil sie nicht wissen, was sie dann mit mir tun sollen. Doch manches ergibt sich wie von selbst und die Zweifel verschwinden recht schnell. Durch meine Anwesenheit möchte ich ihnen ein wenig Adventsstress von den Schultern nehmen. Die Menschen nehmen sich Zeit – für sich und für mich - Zeit für die Familie, Zeit für ihren Glauben, Zeit zur Besinnung. Durch meinen Besuch bekommen sie Kraft und eines wird ihnen ganz deutlich: Ich bin bei ihnen und das nicht nur im Advent, sondern das ganze Jahr, ein Leben lang.
Julia Meuser-Romano